Du kopierst eine Adresse. Du fügst sie ein. Du sendest Geld. Eine Routine, die du wahrscheinlich schon hunderte oder tausende Male durchgeführt hast – und genau diese Routine machen sich Address-Poisoning-Angriffe zunutze.
Es ist einer der einfachsten Betrugsmaschen im Krypto-Bereich und gleichzeitig einer der kostspieligsten. Zwischen Januar 2025 und Februar 2026 hat Blockaid 65,4 Millionen Address-Poisoning-Transaktionen markiert – und die Methode gewinnt zunehmend an Verbreitung. Heute führen wir einen neuen Schutz im MetaMask-Sendevorgang ein, der genau das verhindern soll, bevor deine Gelder jemals dein Wallet verlassen.
Was ist Address Poisoning?
Address Poisoning nutzt eine weit verbreitete Gewohnheit aus: Die meisten von uns lesen nicht jedes einzelne Zeichen einer Wallet-Adresse. Wir prüfen die ersten paar Zeichen, die letzten paar Zeichen – und vertrauen darauf, dass die Mitte schon stimmt. Betrüger wissen das.
Ein Betrüger beobachtet deinen öffentlichen Transaktionsverlauf und erstellt eine sogenannte „Vanity"-Adresse, die einer Adresse, an die du bereits gesendet hast, zum Verwechseln ähnlich sieht – mit übereinstimmenden ersten und letzten vier Zeichen. Von dieser Lookalike-Adresse senden sie dir eine winzige „Dust"-Transaktion und platzieren sie so in deinem Aktivitätsverlauf. Diese Taktik haben wir in unserem Crypto Security Report vom Februar 2026 als wachsendes Risiko im gesamten Ökosystem identifiziert.
Wenn du später Gelder sendest, kopierst du, was wie eine vertraute Adresse aus deinem Verlauf aussieht. Gleicher Anfang, gleiches Ende, andere Mitte. Die Gelder gehen an den Betrüger – und auf der Blockchain gibt es keine Möglichkeit, dies rückgängig zu machen.
Echt: 0xEdf89FdA047F28…C6341a8ff7ED
Vergiftet: 0xEdf89Ac910Bb52…99x2b8ff7ED
Auf den ersten Blick bemerkt so gut wie niemand den Unterschied.
So funktioniert die MetaMask Address Poisoning Detection
Die meisten Sicherheitstools verlassen sich darauf, dass du selbst wachsam bist und den Betrug erkennst. Wir sind der Meinung, dass das Wallet Risiken proaktiv erkennen sollte, bevor du ihnen begegnest. Die MetaMask Address Poisoning Detection vergleicht jede Adresse, die du einfügst, mit Adressen, mit denen du zuvor interagiert hast. Entdeckt sie eine ähnlich aussehende Adresse – mit übereinstimmenden ersten und letzten Zeichen, aber abweichender Mitte – stoppt sie dich mit einer deutlichen Warnmeldung, bevor die Transaktion durchgeführt wird.
Es ist eine klare und sichtbare Warnung genau im entscheidenden Moment – kurz bevor du sendest. Wenn du an eine Adresse sendest, mit der du noch nie interagiert hast, siehst du außerdem eine Erstmals-Senden-Warnung, die dir einen Moment gibt, um alles noch einmal zu überprüfen, bevor du bestätigst. Wir haben diese Erkennung intern entwickelt und vergleichen jeden Sendevorgang mit Adressen, mit denen du zuvor über alle EVM-Netzwerke hinweg interagiert hast. (Unterstützung für weitere Netzwerke folgt in Kürze.)
Mehr von der Adresse anzeigen
Erkennung ist entscheidend. Genauso wichtig ist Klarheit. Jahrelang haben Wallets Adressen üblicherweise auf eine Handvoll Zeichen gekürzt, um Platz zu sparen. Doch genau diese Kürzung ist der blinde Fleck, den Betrüger ausnutzen. Deshalb zeigen wir dir jetzt mehr:
Vorher: 0xEdf89…ff7ED
Jetzt: 0xEdf89FdA047F28…C6341a8ff7ED
Mehr sichtbare Zeichen bedeuten weniger Versteckmöglichkeiten für eine ähnlich aussehende Adresse.
Sicherheit, die dir die Kontrolle lässt
Wir haben die Address Poisoning Detection nach einem einfachen Grundsatz entwickelt: Nutzer schützen, ohne Self-Custody oder die vollständige Kontrolle einzuschränken. Manche Wallets reagieren auf Risiken, indem sie Transaktionen direkt blockieren. Wir möchten dir lieber eine bedeutungsvolle Bremse geben, die die Gefahr klar aufzeigt – und dich dann selbst entscheiden lässt. Du behältst die Kontrolle darüber, wie du deine Gelder und dein Wallet verwaltest. Wir sorgen dafür, dass du siehst, was wirklich passiert.
Address Poisoning Detection ist jetzt live auf MetaMask Mobile und Extension für alle EVM-Netzwerke.